Erfahrungen und Diskussion
Digitale Werkzeuge
Es wurde bewusst eine Reihe von digitalen Werkzeugen eingesetzt, da die Schülerinnen und Schüler die vernetzte Arbeitsweise innerhalb eines kleinen Projekts in der Praxis anwenden sollten.
Der Umgang und die Arbeit mit den Padlets waren für die Schüler/innen am Anfang ungewohnt. Bei der Einführung hören üblicherweise nur wenige zu, die Möglichkeit das Tool selbst auszuprobieren, nutzen wenige ernsthaft. Die Aufmerksamkeitsspanne geht mit jeder Schülergeneration weiter gegen Null. Deshalb gestaltet sich der Einstieg etwas mühselig. Es bleibt nicht viel mehr, als zunächst die Schülerinnen und Schüler einfach mal machen zu lassen und geduldig die Probleme individuell in den einzelnen Gruppen zu klären. So nach der vierten Stunde tritt dann eine gewisse Routine ein, und die zur Verfügung gestellten Tools werden dann meist konsequent genutzt. Da die Gruppenpadlets als zentrales Werkzeug für das Projektmanagement (Dashboard) genutzt wurden, begann die Arbeit in den Gruppen in jeder Stunde mit der Übersicht ihrer Arbeit im Gruppenpadlet. Der Umgang mit den Padlets wurde deshalb auch nach kurzer Zeit zur Routine.
Themen
Die Wahlthemen waren etwas schwieriger und bedurften einer intensiveren Auseinandersetzung. Die Schülerinnen und Schüler sollten an die Strukturierung und Bearbeitung komplexerer Themen herangeführt werden. Die Einarbeitung in die Themen benötigt daher mindestens drei Unterrichtsstunden. Das Einlesen kann grundsätzlich auch von zuhause erfolgen, wenn die Unterrichtszeit dafür nicht ausreicht. Die Strukturierung mittels Mindmap und Grobgliederung eröffnete schon früh die Möglichkeit, im Gespräch mit den Gruppen zu erkennen, ob sie auf einem guten Weg waren.
Schülerbeteiligung während der Schulschließung (2020)
Das Projekt wurde bereits im Februar, also vor der ersten Corona-Schließung im März 2020 begonnen. Während des Lockdowns ohne Präsenzphasen gingen dann mehrere Gruppen „auf Tauchstation“. Diese Erfahrung wurde auch in anderen Fächern gemacht. Nachdem bekannt war, dass die Noten nicht für die Versetzung relevant waren, war die Mitarbeit in manchen Gruppen nur noch spärlich bis gar nicht mehr vorhanden. In drei Gruppen wurde das Projekt jedoch mit hohem Engagement und Durchhaltevermögen weiter bearbeitet. Dies zeigt, dass ein solches Projekt prinzipiell im Fernunterricht durchführbar ist. Eine Einführungsphase in Präsenz halte ich aber für notwendig.
Synchrone Phasen – Schreibgespräch und Austausch mit Partnergruppen
Die Ergebnisse des Schreibgesprächs (Placemat) waren relativ spärlich. Dies mag daran liegen, dass die Methode des Schreibgesprächs den Schülerinnen und Schülern nicht bekannt war. Eine genaue Anleitung stand zwar online zur Verfügung, hätte aber vielleicht zuvor trainiert werden müssen.
Der Austausch der Recherche-Ergebnisse mit Partnergruppen war ebenfalls nicht besonders ergiebig. Für Gruppen, die bereits ihre Informationsrecherche abgeschlossen hatten, war es nicht so einfach ein Partnerteam zum Austausch zu finden, da die anderen Gruppen z.T. noch an ihren eigenen Zusammenfassungen arbeiteten und deshalb noch nicht zu einem Austausch bereit waren. Außerdem war es schwierig, konstruktive Rückmeldungen von dem jeweiligen Partnerteam zu bekommen. Hier hätte ich mir möglicherweise mehr Zeit nehmen müssen und stärker in den Gesprächen der Gruppen selbst dabei sein müssen. Da die Gespräche außerhalb des Unterrichtsraums stattfinden, um die anderen Gruppen nicht zu stören, bleiben die übrigen Gruppen in dieser Zeit ohne Aufsicht der Lehrkraft, was nicht in jeder Klasse umsetzbar ist.
Arbeit im Internet
Während der Arbeit im Internet wurde ein Teil der Schülerinnen und Schüler gerne mal auf andere, weniger unterrichtsrelevante Seiten „entführt“. Ein anspruchsvoller Terminplan und die Diskussion der Ergebnisse in den Berichten zu den Arbeitspaketen halfen bei der Fokussierung auf das Thema.
Fertigstellung der Präsentationen
Leider konnten im harten Lockdown des letzten Jahres die Präsentationen nicht mehr in allen Gruppen fertiggestellt werden.